Windpark Eriswil
Häufige Fragen zum Windrad Eriswil
Die wichtigsten Fragen zum geplanten Windrad auf dem Grunholz – kurz und verständlich beantwortet.
Was ist auf dem Grunholz geplant?
Eine Windenergieanlage mit maximal 225 Metern Gesamthöhe, bis zu 160 Metern Nabenhöhe und bis zu 180 Metern Rotordurchmesser. Der Standort liegt auf rund 920 m ü. M. unterhalb des Ahorns. Die Gemeinde rechnet mit einer Produktion von 5'400 bis 12'500 MWh pro Jahr. Der Anlagetyp ist noch nicht bestimmt; im Gespräch ist eine Turbine der Grösse einer Enercon E-160.
Wie hoch sind 225 Meter?
Ein grosser Baum misst rund 35 Meter, ein Kirchturm 50 bis 70 Meter. Das Windrad wäre also mehr als dreimal so hoch wie ein Kirchturm – und stünde auf einer exponierten Kuppe.
Bleibt es bei einer Anlage?
Das laufende Verfahren betrifft eine Einzelanlage. In der Übersicht der Windparks von Freie Landschaft Schweiz ist Eriswil aber mit einem Potenzial von fünf Anlagen aufgeführt. Auch der kantonale Richtplan (Stand 1. November 2024) sieht in der Region bis zu fünf Windturbinen vor, unter anderem an den Standorten Waldmatt und Rinderweid. Eine verbindliche Zusage, dass es bei einer Anlage bleibt, gibt es nicht.
Was kostet das Windrad und wer bezahlt?
Die Projektkosten betragen rund 12 Millionen Franken. Davon sollen 7,2 bis 9 Millionen als Subventionen vom Bund kommen, rund 3,3 Millionen als Fremdkapital (Darlehen) und 1,5 Millionen als Eigenkapital einer Aktiengesellschaft. Die Gemeinde Eriswil muss dauerhaft 51 % halten – mindestens 765'000 Franken, eventuell plus weitere 415'000 Franken.
Reicht der Strom für ganz Eriswil?
Rechnerisch würde die Jahresproduktion fast dem doppelten Strombedarf der Gemeinde entsprechen. Das ist aber eine Jahresbilanz: Windstrom fällt unregelmässig an, und die vorgeschriebenen Abschaltzeiten zum Schutz von Fledermäusen und Vögeln vermindern den Ertrag. Wie überschüssiger Strom vermarktet werden soll, ist offen.
Welche Tiere sind betroffen?
Insbesondere der Rotmilan und die Feldlerche (Schlagrisiko), Fledermäuse (Jagd- und Lebensräume) sowie Tagfalter wie Schwalbenschwanz und Mauerfuchs. Deshalb braucht es ein angepasstes Mähregime und ein Abschaltregime während kritischer Flugzeiten.
Wie viel Fläche wird beansprucht?
Über 2'100 m²: rund 1'050 m² für den Kranstellplatz, 850 m² für Zufahrtswege und 200 m² für Standplatz und Fundament. Dazu kommen Rodungen für die Erschliessung.
Wer hat Einsprache erhoben?
Insgesamt sind 19 Einsprachen eingegangen – unter anderem von Pro Natura, BirdLife Schweiz, der Stiftung Landschaftsschutz, der Einwohnergemeinde Luthern, unserem Verein sowie zahlreichen Privatpersonen.
Was passiert nach 25 Jahren?
Die prognostizierte Lebensdauer liegt bei rund 25 Jahren. Danach müssen Turm, Gondel und Rotorblätter zurückgebaut und entsorgt werden. Rotorblätter aus Verbundstoffen lassen sich nur schwer recyceln, Fundamente verbleiben oft ganz oder teilweise im Boden. Wer den Rückbau bezahlt, muss vor dem Bau verbindlich geregelt sein.
Seid ihr gegen erneuerbare Energie?
Nein. Wir sind gegen ein Projekt, dessen Eingriff in Landschaft, Natur und Gemeindefinanzen in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. Eine sorgfältige Abwägung muss für jeden Standort einzeln gemacht werden – und am Grunholz fällt sie aus unserer Sicht negativ aus.
Wie geht es weiter?
Nach dem Einspracheverfahren muss die Gemeinde über die Realisierung entscheiden. Termine werden auf der Webseite der Gemeinde Eriswil und im amtlichen Publikationsorgan veröffentlicht. Wir informieren laufend unter News.
Wie kann ich helfen?
Werden Sie Mitglied, nehmen Sie an der Gemeindeversammlung teil, schreiben Sie Leserbriefe und informieren Sie Ihr Umfeld. Hinweise und Fragen nehmen wir gerne über das Kontaktformular entgegen.