Das Rad lässt sich nicht zurückdrehen. Wirklich?
Ausgerechnet im Zeitalter von Hochtechnologie und künstlicher Intelligenz soll die Stabilität unserer Stromversorgung wieder davon abhängen, ob der Wind weht oder nicht.
Das Windrad wird als Projekt zur Eigenversorgung präsentiert. Tatsächlich geht es um viel mehr.
Befürworter präsentieren das Windrad auf dem Grunholz als bescheidenes, lokales Projekt zur Eigenversorgung der Gemeinde. Die Anlage soll rechnerisch fast den doppelten Strombedarf von Eriswil decken.
Ein Ja zum Windrad Eriswil ist kein rein lokaler Entscheid zur Eigenversorgung.
Es ist ein weitreichender Eingriff in Topografie, Natur und Finanzen – mit dem möglichen Türöffner-Effekt für einen überregionalen Windpark. Denn ist die erste Anlage mit Zufahrt, Kranstellplatz und Netzanschluss einmal gebaut, wird jede weitere Anlage leichter durchzusetzen sein.
Zudem ist «doppelter Gemeindebedarf» eine Jahresrechnung. Windstrom fällt unregelmässig an; bei Windstille fehlt er, bei Starkwind entsteht Überschuss, dessen Vermarktung ungeklärt ist. Und von den maximal 12'500 MWh gehen die vorgeschriebenen Abschaltzeiten für Fledermäuse noch ab.
Ausgerechnet im Zeitalter von Hochtechnologie und künstlicher Intelligenz soll die Stabilität unserer Stromversorgung wieder davon abhängen, ob der Wind weht oder nicht.
Windkraft wird als grüne Schlüsseltechnologie gefeiert. Doch hinter dem positiven Leitbild stehen Fragen, die selten offen diskutiert werden – auch zu wirtschaftlichen Interessen.
Industrie- statt Ruhezone: Hintergrundlärm, Blinklichter, Unruhe. Und was eine Turbine der Klasse Enercon E-160 auf die Waage bringt.